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Qualitative Bewertungskriterien bei KMU

von Fabian Rudin

Schweizer KMU bewerten

Ein Schweizer KMU zu bewerten ist ein komplexes Unterfangen. Nebst ausführlichen Kenntnissen über die verschiedenen, in der Bewertungslehre anerkannten Methoden braucht es vor allem Erfahrung im Umgang mit qualitativen Bewertungskriterien (nachfolgend Einflussfaktoren genannt). Eine Bewertung hängt somit häufig auch von Expertise und Urteil desjenigen ab, der sie durchführt.

Typischerweise werden bei den klassischen Bewertungsmethoden für KMU zwischen qualitativen und quantitativen Einflussfaktoren unterschieden. Quantitative Faktoren sind harte Zahlen und Fakten aus der Bilanz und der Erfolgsrechnung. Qualitative Faktoren sind zu berücksichtigende Fakten, die sich aus dem Geschäftsmodell des Unternehmens ergeben. Je nach Bewertungsmethode spielen diese qualitativen Faktoren eine wichtige Rolle bei der Ermittlung des Unternehmenswertes. 

Bevor mit Zahlen jongliert werden kann, muss das Geschäftsmodell des Unternehmens bis ins letzte Detail verstanden werden. Denn nur so ist der Bewerter in der Lage, den sogenannten weichen bzw. qualitativen Faktoren entsprechendes Gewicht beizumessen.

Typische qualitative Einflussfaktoren bei der Bewertung von Schweizer KMU

Nachfolgend werden bewusst negative Beispiele gewählt, die mit einer sorgfältigen Nachfolgeplanung reduziert oder gar vermieden werden können. Ein potenzieller Käufer wird diese Negativfaktoren bei der Bewertung eines KMUs in jedem Fall berücksichtigen:

  • Industrie-Lebenszyklus – Im Zuge der Digitalisierung stehen verschiedenste Branchen vor einer ungewissen Zukunft. Konsolidierung und Misserfolg in einer Branche sind Anzeichen dafür, dass sich das Wachstum verlangsamt und die Nachfrage abnimmt.

  • Organisatorische Abhängigkeiten - Ein Unternehmen, das ganz oder teilweise vom Inhaber oder wenigen Schlüsselpersonen abhängig ist, birgt für einen Käufer höhere Risiken.

  • Produktvielfalt - Firmen mit nur einem Produkt oder einer Dienstleistung unterliegen einem grösseren Risiko als Firmen mit einem breiteren Produkte- oder Dienstleistungsportfolio.

  • Kundenkonzentration - Zahlreiche kleine Unternehmen haben nur wenige Kunden, die einen Grossteil des Umsatzes verantworten; nur schon einen Kunden zu verlieren hätte gravierende Konsequenzen.

  • Immaterielle Vermögenswerte - Patente, Marken und Urheberrechte können wichtige Vermögenswerte sein, sind jedoch sehr schwer zu bewerten.

  • Kritische Bezugsquellen - Wenn ein Unternehmen nur einen oder zwei Lieferanten einsetzt, um einen kostengünstigen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, unterliegt dieser Wettbewerbsvorteil gewissen Risiken; oder wenn der Lieferant sich in einem fremden Land befindet, besteht für die Lieferung ein erhöhtes Risiko für eine Lieferunterbrechung.

Weitere qualitative Faktoren, die sich auf den Wert eines Unternehmens auswirken können, sind unterschiedliche Auffassungen zu Lagerbeständen (veraltet oder nicht), Abhängigkeiten von kurzfristigen Verträgen, allfällig Einwilligungen von Dritten, die für den Verkauf des Unternehmens erforderlich sind etc.

Werttreiber vor dem Unternehmensverkauf positiv beeinflussen

Als Unternehmer mit Verkaufsabsichten ist man den im vorherigen Abschnitt aufgezählten qualitativen Einflussfaktoren nicht bedingungslos ausgeliefert. Im Gegenteil: Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren zu verkaufen, können Sie die entscheidenden Werttreiber optimieren und somit den Verkaufspreis positiv beeinflussen.

Erfahren Sie mehr zu den Themen Unternehmensbewertung, Wertsteigerung und Vorbereitung auf den Unternehmensverkauf:

⇒ Unternehmenswert berechnen – die wichtigsten Methoden der Firmenbewertung

⇒ Unternehmenswert steigern – Verkäuflichkeit erhöhen

⇒ Praxisbeispiel: Optimierungen vor dem Firmenverkauf

⇒ Die optimale Vorbereitung auf den Firmenverkauf

⇒ Dienstleistungen von Business Transaction im Bereich Unternehmensbewertung

⇒ Dienstleistungen von Business Transaction im Bereich Verkaufsvorbereitung

 

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